ST. LORETO SCHWÄBISCH GMÜND – DAS INSTITUT FÜR SOZIALE BERUFE

WER DIE MENSCHEN MAG, IST HIER HOCHWILLKOMMEN

Im späten Mittelalter (1652) liegen die Wurzeln des Grundstücks von St. Loreto, des 1973 gegründeten Institutes für soziale Berufe in Schwäbisch Gmünd. Aus dem einstigen Kapuzinerkloster wurde 1862 ein Haus für „Kranke und Siechende“, geführt von den Barmherzigen Schwestern vom Orden des Heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal, damals noch Bocksgasse 22. Heute ist St. Loreto ein landesweit hoch renommiertes Institut für Sozialberufe. Fast 1000 Studierende absolvieren ihre Ausbildung in dem im November 2016 nach einem Umbau für fast 15 Millionen neu eröffneten schmucken historischem Gebäude im Herzen von Schwäbisch Gmünd.

„Nichts vom Anderen wollen, den Anderen wollen.“

An diesen Leitsatz des heiligen Vinzenz von Paul erinnert Hans- Dieter Beller, Geschäftsführer der St. Loreto gGmbH (das erste „g“ steht für „gemeinnützig“). Der Satz ist der Kern von Aufgabe und Arbeit bei St. Loreto, dem Institut für Soziale Berufe.

Die gGmbH wird von fünf Gesellschaftern getragen: Barmherzige Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul Untermarchtal, Franz von Assisi- / Canisius-Einrichtungen, Marienpflege Ellwangen, Stiftung Haus Lindenhof und der katholischen Kirche in Ludwigsburg.

FESTE CHRISTLICHE FUNDAMENTE

Die Akademie für soziale Berufe steht also „auf festen christlichen Fundamenten“ (Broschüre St. Loreto).
Hier heißt es weiter:

„Doch das darauf errichtete Bildungshaus führt die rund 1000 Studierenden mit etwa 80 Angestellten und Lehrkräften und etwa 120 Honorarkräften, vor allem aus der Praxis sozialer Berufe, unter einem Dach zusammen, das sich flexibel für alle Menschen und Kulturen öffnet.“

In fünf Bereichen werden in dem 1973 gegründeten Institut für soziale Berufe vier Ausbildungsgänge angeboten:

  • Erzieherin/Erzieher
  • Heilerziehungpflege (Pflege von Behinderten)
  • Jugend- und Heimerziehung
  • Altenpflege

In allen Bereichen wird dem Prinzip der dualen Ausbildung gefolgt, das heißt, dass sich Praktika und Studium beständig abwechseln. Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre. Ihm schließt sich ein Anerkennungsjahr in der Praxis an. Neben dem Institut mit den aufgeführten vier Bereichen gibt es seit 2007 die Bildungsakademie St. Loreto, die die Fort- und Weiterbildung in den sozialen Ausbildungsfeldern des Institutes anbietet.

CHANCE FÜR ALLE SCHÜLER

Wie sehr man in St. Loreto das soziale Engagement im weitesten Sinne wahrnimmt, die zitierte Öffnung „für alle Menschen“ zeigt sich darin, dass man keineswegs wie heute so oft üblich zu den Spitzenreitern in der Notenskala in Haupt- und Realschulen oder den Gymnasien gehören muss, um einen Studienplatz in St. Loreto zu erhalten.

Die Basis für ein Studium ist die Mittlere Reife – mit Ausnahme des Bereichs Altenpflege. Hier ist auch ein Hauptschulabschluss ausreichend. Es ist keineswegs so, dass man in St. Loreto in Schwäbisch Gmünd ausschließlich Absolventen von Haupt- und Werkrealschule/Realschule trifft. „Wir haben relativ viele Abiturienten“, so Hans- Dieter Beller von der Geschäftsleitung. Ganz eindeutig überwiegt aber die Zahl der weiblichen Studierenden.

MEHR FRAUEN ALS MÄNNER

Das entspricht dem ,ewigen’ geschlechterspezifischen Trend, dass Frauen weitaus mehr den Bereich der sozialen Berufe wählen als Männer. Schmunzelnd verweist Beller denn auch darauf, dass etwa 70 Prozent der Toiletten in dem weitläufigen, 82 Meter langen Gebäude (350 Fenster !) nur für Frauen zugänglich seien. Das Verhältnis der Geschlechter in St. Loreto ist etwa zwei Drittel Frauen zu einem Drittel Männer. Zum Vergleich: An der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd sind derzeit 78 Prozent aller Studierenden weiblich.

Egal ob weiblich oder männlich, wer in St. Loreto eine Ausbildung absolvieren möchte, muss die Leitsätze des Heiligen Vinzenz von Paul überzeugt verinnerlicht haben. Was übrigens nicht bedeutet, dass man zwingend den beiden christlichen Konfessionen angehören muss.

PERSÖNLICHKEIT IST ENTSCHEIDEND

Hans-Dieter Beller im GFM-Gespräch:

„Wer bei uns eine Ausbildung in sozialen Berufen machen will, der muss Menschen mögen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Das beginnt beim kleinen Kind, das geht bis zum alten und gebrechlichen Menschen. Dieser Ansatz bedeutet aber auch: Wer hervorragend in der Schule ist und sich dann bei uns bewirbt, muss nicht unbedingt für ein Studium im sozialen Bereich geeignet sein.“ Und: „Entscheidend ist also die Persönlichkeit derer, die sich bei uns bewerben.“ Übrigens werden in St. Loreto auch Flüchtlinge aufgenommen – sofern sie erfolgreich Deutschkurse bestehen, die vom Institut vermittelt werden.

In St. Loreto besteht eine Kooperation mit der renommierten Steinbeis-Hochschule in Berlin. Es werden berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge im Sozialen Management angeboten. Fernziel: Die Anerkennung als Hochschule für soziale Berufe(Fachhochschule).

DER WEG DURCH DIE ZEITEN

Welch ein Weg vom „Siechenhaus“ bis heute. Stationen waren unter anderem: Haushaltungsschule (1860), Töchterpensionat der Barmherzigen Schwestern, Heil- und Irrenanstalt St. Vinzenz, Kindergärtnerinnenseminar, Nähschule, Kindergarten St. Paulus. Im Zweiten Weltkrieg war ein großer Teil des Gebäudes von den Nazis enteignet und zu einem Reservelazarett umfunktioniert worden. – Der Name der Adresse, Wildeck 4, leitet sich übrigens vom Wildwuchs ab, der dort dereinst herrschte. Unvorstellbar heute angesichts des Glanzes, den das mächtige Gebäude mit seiner Kapelle ausstrahlt.

Text: Helmut Bredl

Webseite: http://www.soziale-berufe-ostalb.de/

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