KLANGBILDER – AUS LEIDENSCHAFT GEBOREN

Der VHS-Fotokurs von Uli Schlossbach hat der Internationalen Musikschulakademie Schloss Kapfenburg auf optisch vielfältige Weise den Puls gefühlt.

Musik verbindet. Musik befreit und tröstet, auch. Festgehalten als Bild, werden diese Qualitäten als „Momente, die uns berühren“, visualisiert, wie Claudia Hinsen von der vhs Aalen lobt. Uli Schlossbach hat mit seinem Fotokurs auf vielfältige Weise versucht, den Klang in die zweite Dimension zu verwandeln. Dort, wo er genuin zuhause ist: in der Internationalen Musikschulakademie Schloss Kapfenburg. Die großformatigen Aufnahmen im Alu-Dibond-Verfahren der 13 Fotografinnen und Fotografen beschreiben und erfassen die Trutzburg hoch über Lauchheim am Rand des Härtsfelds als einen formidablen Klangraum. Sie haben offensichtlich in ihrem Kurs gut aufgepasst. Bei dem Leiter überrascht das nicht. Uli Schlossbach ist der charismatische „Spiritus rector“, der Ideengeber, leidenschaftliche Vorangeher und beflügelnde Enthusiast; das sind nur einige der Attribute, mit denen die stellvertretende Leiterin der vhs Aalen „ihren“ Kursleiter charakterisiert.

„Leidenschaft“ heißt für sie das Zauberwort. Ohne sie läuft gar nichts. Der Sonderschullehrer an der Jagsttalschule in Westhausen – zur Zeit hilft er in Giengen aus – der angesichts seiner zahlreichen wichtigen Funktionen im Bereich der Inklusion und seines zeitraubenden Hobbys geklont sein muss, verkörpert diese Tugend perfekt. Wie lange er schon die Idee zu diesem Kooperationsprojekt der vhs Aalen, der vhs Ostalb, der Stiftung Internationale Musikschulakademie, der JPO und der Landkreisverwaltung in seinem kreativen Herzen getragen hat? Diesen „Ort der Begegnung“, Schloss Kapfenburg, als Klangraum schlechthin mit den Mitteln der Fotografie zu erfassen? Ob das wohl in einem Fotokurs gelingen könnte, hat Uli Schlossbach sich immer wieder gefragt. Es kann. Weil Begeisterung die Triebfeder war und Respekt, Achtung und Wertschätzung Auge und Hand geführt haben. Ganz im Sinne des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll. Der hat sich schon 1964 in seinem Text „Die humane Kamera“ gegen die mannigfaltigen Missbrauchsmöglichkeiten mit dem Objektiv gewandt. Mit Schlossbachs „Paparazzi“ lässt sich indes gut im Frieden leben. Unter anderem haben sie das Jugendmusikorchester von Bad Friedrichshall fotografiert oder Jugendliche bei der Musikmentorenausbildung. Diese fand zum Zeitpunkt der Aufnahmen in Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, mit den Amateurmusikverbänden des Landes, dem Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik und 2017/18 vom Landesverband Baden-Württembergischer Liebhaberorchester e. V. und dem Landesverband der Musikschulen e. V. statt.

Das Bundespreisträgerkonzert des Wettbewerbs „Jugend musiziert“, die Junge Philharmonie Ostwürttemberg (JPO) bei deren Proben und dem Konzert „IN SITU 18 – nominiert!“ sowie diverse Konzerte aus dem Programm der Musikfestivals im Schloss waren weitere fotografische Ziele. Diese geographisch und institutionell herausragende Musikschulakademie erwies sich für die Fotografen noch in einem weiteren Punkt als echte Herausforderung. Musik verbindet, Musik als Klang ist Emotion und schafft Emotion. Dieses verbindende Element in seiner emotionalen Wirkung einzufangen, ist den Kursteilnehmern tatsächlich gelungen. „Ich finde, dass diese Bilder wirklich klingen“, lobt Kapfenburg-Schlossherr Erich W. Hacker. Und der Saxophonist muss es schließlich wissen. Das Instrument, das der Belgier Adolphe Sax 1840 erfunden hat und das am 21. März 1846 in Frankreich patentiert worden ist, steht 2019 als „Instrument des Jahres“ im Fokus. Könnte man sich deshalb etwas Idealeres vorstellen als einen von Saxophonklängen durchwobenen Klangraum Schloss Kapfenburg, den die „Klangbilder“ des Schlossbach-Kurses als Ort ihrer genuinen Bestimmung schmücken. Lassen wir uns überraschen.

Was verrät der Blick in die Glaskugel? Die Zukunft gehört der Musik (Reflections in your hand, Fotograf: Sabine Lossie)

Die Ausstellung wird am Sonntag, 7. April, 10.30 Uhr, im Fürstensaal eröffnet und ist bis 27. Oktober 2019 im Schloss zu sehen. Gezeigt werden Fotoarbeiten von Elke Bannert, Matthias Holst, Michael Karger, Adriana Koller, Silvia Legner, Sabine Lossie, Chris Rasper, Jana Rasper, Kristin Ruppenstein, Josef Steiner, Stefan Weissenrieder und Kursleiter Uli Schlossbach.

Text: Wolfgang Nußbaumer

 

 

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