BILDUNG IST DIE STÄKSTE WAFFE

Der afrikanische Staat Mali zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Mangelernährung und Analphabetismus sind nur zwei der Missstände. Seit 2009 hilft der Verein „Mali mit Herz“.

Mali liegt in der Sahelzone südlich der Sahara. Der afrikanische Staat war früher ein wichtiges und wohlhabendes Handels- und Kulturzentrum. Erst durch die marokkanische Invasion im 17. Jahrhundert und die spätere französische Kolonisierung verlor Mali an Bedeutung und wurde in der Gegenwart zu einem der ärmsten Länder der Welt. Baumwolle, bekannt als weißes Gold, ist die landwirtschaftliche Haupteinnahmequelle und fast die Hälfte der Exporteinnahmen. Eine weitere wichtige Einnahmequelle hinter der Baumwolle und dem Vieh ist Gold. Die extensive Weidewirtschaft und der Regenfeldbau unterliegen aufgrund der klimatisch bedingten Risiken großen Produktionsschwankungen. Gerade diese armen Menschen trifft es besonders, wenn der Regen ausbleibt oder die Weltmarktpreise für Baumwolle fallen.

Gründer des Vereins.

Doch in all der Armut und vor allem trotz der langen Fremdherrschaft, den Kriegen und Konflikten gelang es der Bevölkerung einen großen Teil seiner traditionellen Kultur zu bewahren. Dazu beigetragen haben die Griots. Sie sind spirituelle Sänger, Geschichtenerzähler und Vermittler. In einem Land, in dem über 50 Prozent der Menschen Analphabeten sind, unerlässlich. Djiby und Basy Kouyate sind Mitglieder einer der ältesten Griotfamilien des Landes. Doch Djiby Kouyate ist nicht nur spiritueller Meister und ein fantastischer Geschichtenerzähler, er ist auch ein Tänzer. Über 15 Jahre arbeitete er als Chefchoreograf beim malischen Nationalballett: African Royal Ballet. Musik und Tanz spielen in Mali eine große Rolle.

Patienten vor der Notfallstation.

Schon seit Jahren unterstützen Djiby und Basy Kouyate notleidende Menschen in Mali. Im Jahre 2007 haben sie in Manankoroni eine Schule für die Mittelstufe gebaut. Beide stammen aus Bamako und leben seit über 15 Jahren in Stuttgart. Sie haben eine tiefe Verbundenheit zu diesem wunderbaren Land im Herzen von Westafrika und haben täglich telefonischen Kontakt mit ihrer Familie. Im Jahr 2009 begegnen die beiden Herbert Blankl. Eine Begegnung die Impulse gibt und bleibende Werte schafft. Blankl hat ferner die Idee mit den beiden Benefizkonzerte zu veranstalten. Auf diesem Weg soll der gegründete gemeinnützige Verein unter anderem Geld für die Hilfsprojekte in Mali sammeln. Viele Kinder wachsen dort in ärmlichen Verhältnissen auf und haben oft keine Chance eine Schule zu besuchen. Ohne Bildung ziehen Kinder und Jugendliche aus den ländlichen Regionen in die Hauptstadt Bamako, um dort Arbeit zu finden. Aus verschiedenen Gründen landen einige davon dann auf der Straße ohne Lebensperspektive. Djiby Kouyate und Basy Kouyate und deren Familie unterstützen schon sehr lange humanitäre Projekte. Einige Straßenkinder erhalten seit Mai 2011 von Djiby Kouyate im Tanzen eine Ausbildung. In der eigens dafür gebauten Tanzschule wird auch die malische Kultur am Leben erhalten.

Der neue solarbetriebene Brunnen holt aus 60 Meter Tiefe Grundwasser.

Zur beruflichen Ausbildung werden auch menschliche Werte vermittelt, wie Respekt, Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftssinn, Teamfähigkeit, Disziplin, Fleiß und  Mitgefühl. Zudem wird ihre Vergangenheit aufgearbeitet. Einige haben Gewalt erlebt. In diesem liebevollen und familiären Umfeld erhalten sie wieder ein Selbstwertgefühl. Dank dem Erlös aus den Benefizkonzerten, den Einnahmen aus den Auftritten, den Spenden und den Mitgliedschaftsbeiträgen haben die Straßenkinder der Tanzschule eine Unterkunft und täglich zu essen. Die Ausbildung in unserer Tanzschule gibt ihnen die Möglichkeit später selbstständig Geld zu verdienen.

MEILENSTEINE DES VEREINS

Gebaut wurden: die Tanzschule, ein Internat, das Waisenhaus. Im Oktober 2011 wurde die staatlich anerkannte Notfallstation eröffnet. Die Dorfbevölkerung wird dort von einheimischen, schulmedizinisch ausgebildeten Ärzten und einer Hebamme versorgt und zwar rund um die Uhr. Ein solarbetriebener Brunnen mit einer Bohrtiefe von 65 Meter versorgt die Notfallstation mit sauberem Trinkwasser. Ein separate Solaranlage liefert das Licht und den Strom.

SPENDEN

Der kleine Mohammed braucht eine Augenoperation. Seine Lieder sind verwachsen, er kam missgebildet zur Welt.

Wer helfen möchte:

Mali-Kinderhilfe e.V. Geislingerstraße 57e

70327 Stuttgart

Baden-Württembergische Bank

IBAN: DE08 6005 0101 000 4614784

BIC: SOLADEST600

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Djiby Kouyate und Basy Kouyate mit den Strassenkindern auf der Bühne.

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Leben & Freizeit

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