DIE ZEIT WAR REIF, MEHR DEMOKRATIE ZU WAGEN

Elisabeth Tarler, Astrologin blickt zurück auf das Jahr 1968

Im Jahr 1968 waren die gleichen Themen präsent wie heute: „Macht und Ohnmacht“. Damals, wie heute auch, stand die Sonne zu Pluto im Quadrat – ein Zeichen für Machtkonflikte, der Mars zum Uranus, diese Konstellation steht für die Auseinandersetzungen. Die Position der Planeten inmitten der Sternzeichen Erde und Luft geben den entsprechenden Impuls, „klar Schiff zu machen“, aufzuräumen, Altes zu beenden, Neues zu beginnen. Die Herausforderung besteht darin, mehr Akzeptanz zu zeigen und sich weniger auf die Streitsituationen einzulassen.

AUFBRUCH ZU NEUEM
Jupiter im Sextil zu Pluto, ermöglicht den Weg zu positiven Lebenseinstellungen. Der Mars lässt uns aktiv zu Taten schreiten, hierbei sollte jedoch die Toleranz, Gelassenheit und Intuition die Oberhand behalten. Die menschliche Art hat ihre Neigung zu Aggressionen und Kritik, jedoch wenn man vernünftig mit etwas Humor die Dinge und sein Umfeld betrachtet, bringt es viel Anerkennung und Wertschätzung der Gesellschaft und der persönlichen Umgebung ein. Obwohl Schattenthemen im Vordergrund stehen, ist gerade jetzt eine positive Entwicklung möglich, so dass wir in der Gesellschaft wieder mehr das Miteinander, als das „Ich“, finden können. Heute, wie auch 1968, gehen die Menschen wieder auf die Straße, werden aktiv gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung, Kriege und Machtmissbrauch und demonstrieren an allen Fronten.

Im ländlichen Bereich, wurde man 1968 selten mit weltpolitischen Dingen konfrontiert. Auf der Ostalb ging es mehr um die eigene Existenz. Zu diesem Zeitpunkt verließen die jungen Leute die Provinz, um an den großen Universitäten der Städte zu studieren. Dort waren die globalen Zusammenhänge sehr wohl ein Thema, welches täglich kontrovers diskutiert wurde. Gleichzeitig wurde das Leben innerhalb Deutschlands und die Politik in Frage gestellt. Wir Frauen mussten uns noch von den Männern bestimmen lassen. Durften nur arbeiten, wenn sie es gestatteten. Die Parallele der Frauenunterdrückung sehen wir heute bei den sexuellen Übergriffen, deutlich gemacht durch die Metoo-Debatte.

WEG MIT DEN ALTEN ZÖPFEN

Für mich, damals als 16-Jährige, war es eine Zeit, in der wir mutig gegen die alten Zöpfe vorgingen. Um den Wandel durchzusetzen, begannen die ersten Demonstrationen. Aus der Ohnmacht heraus wurde mit Gewalt reagiert. Auf Seiten der Polizei, wie auch der Demonstranten. Zur Eskalation kam es, als Benno Ohnesorg ermordet wurde. So sehe ich Parallelen zum Mord an Daniel H. – beide Fälle gleichen sich durch die Gestirn-Konstellationen. Mars und Pluto stehen in einem Haus, dadurch werden Menschen zu unüberlegtem Handeln verleitet. Gruppen radikalisieren sich schneller und agieren auch dementsprechend. Die Demonstrationen 68 habe ich in Bonn erlebt. Danach kam es immer häufiger zu schweren Auseinandersetzungen, die sich bis Ende der 70er Jahre hinzog. (Baader-Meinhoff, RAF) Die Studenten haben uns mitgezogen und wir konnten ihren Ideen viel abgewinnen. Weg mit den alten Strukturen und Denkmustern. Die Opposition von Uranus zu Saturn war deshalb ab Mitte der Sechziger der Startschuss für Unruhe und Bewegung. Die Zeit war reif, mehr Demokratie zu wagen.

 

 

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