EIN „JA“ ÜBER DEN DÄCHERN DER STAUFERSTADT

„Wir sind füreinander bestimmt.“

Paartherapeuten haben es schon öfter verlauten lassen, das mit dem siebten Jahr sei Quatsch. Meist fängt es schon früher an zu kriseln. Bei Monika und Sebastian ist von einer Krise nichts zu spüren. Die Beiden haben in ihrem siebten Beziehungsjahr geheiratet und sind so glücklich wie zur der ersten Stunde. Ein gemeinsames Hobby brachte die beiden zusammen. 

Ohne die beiden hätten sich Monika und Sebastian wahrscheinlich nie kennengelernt. Sie waren „Heiratsvermittler“ und haben das Paar auch zusammengeführt. Wer dabei nun an menschliche Wesen denkt, ist auf dem Holzweg. Die beiden, von denen hier die Rede ist, sind eher klein, rund und leblos. Der von Monika ist sogar etwas größer als der von Sebastian. Gemeint sind die Bälle des Paares. Denn Monika spielt Volleyball in der Dritten Liga im DJK Schwäbisch Gmünd und das seit dem Jahr 2009. Sebastian spielt in der Handball Oberliga beim TSB, allerdings schon drei Jahre länger als sie. Die Turnhalle war der erste Ort der Begegnung. Man sah sich an Trainingstagen. Ging aber wohl eher aneinander vorbei. Doch dann kam der Fasching. An der Bar fasste Sebastian Fabian seinen Mut zusammen und zog Monika zur Seite und lud sie auf einen Drink ein. Dieses erste Cheers war der Beginn einer großen Liebe, mitten im kleinen Straßdorf beim Faschingsball. Eine Woche später war das erste Date.

Rezept für eine gute Partnerschaft

Seitdem sind sieben Jahre vergangen. Krisen habe es keine gegeben, das bestätigen beide. Und dafür hat das Paar auch ein Rezept parat: Miteinander reden sei wichtig. Gemeinsam lachen und weinen. Man müsse sich schon ein wenig Mühe geben, dass man sich im Alltag nicht verliert. Auch dürfe man nicht aufhören, sich um den anderen zu bemühen. Gleiche Interessen seien zudem förderlich für die Harmonie. So gibt es weniger Reibungspunkte. Man müsse sich nicht ständig erklären. Die große Gemeinsamkeit der beiden war und ist die Liebe zum Sport. Drei mal die Woche wird trainiert und zusätzlich zum Ballsport besuchen sie ein Fitnessstudio. „Ich kann dabei wunderbar abschalten und entspannen“, so Sebastian Fabian. Beim Radfahren im Studio lese er gern ein Buch. Der 29-Jährige Lehrer unterrichtet an einer Realschule Sport, Mathematik und Chemie.

„Wir sind füreinander bestimmt.“

Monika arbeitet in der Stauferklinik, im Bereich Rechnungswesen. In ihrer Freizeit genießen die beiden auch gern die Zweisamkeit. Hin und wieder verabreden sie sich zu einem Rendezvous, ein gutes Essen bei Kerzenschein, um sich wieder neu zu entdecken. Das sei das Geheimnis ihrer Liebe. Gleich in der Kennenlernphase wurde viel gesprochen, über Lebenseinstellungen und auch über die Familienplanung. Nach zehn Monaten zog das Paar in die erste gemeinsame Wohnung, um mehr Zeit miteinander verbringen zu können. Kinder wünschen sich beide, auch das war von Anfang an klar. „Ich möchte meinen Mann dazu nicht erst überreden müssen“, sagt Monika Fabian heute. „Wir sind füreinander bestimmt“, dieses Gefühl wurde im Laufe der Jahre Gewissheit.

Heiratsantrag über den Dächern der Stadt

So liebevoll wie das Paar mit einander umgeht, so seelenvoll war auch der Heiratsantrag, den Fabian seiner Monika machte. Als sie von einer Geschäftsreise zurückkehrte, wartete Sebastians bester Freund bereits vor ihrer Bürotür. Er drückte Monika einen Umschlag in die Hand. Darin befand sich ein Brief in dem stand: „Hi, mein Schatz, dein Abend verläuft heute ein wenig anders, als du es wahrscheinlich geplant hast. Du musst nun etwas raten und rätseln und dich auf eine kleine „Schnitzeljagd“ begeben. Als Unterstützung bekommst Du einen Helfer und Fahrer.“

Der Helfer und Fahrer war der beste Freund des Antragstellers, der Überbringer des Briefes. Gemeinsam fuhren sie nun alle Aufgaben ab. Der erste Punkt war, wie sollte es anders sein, die Turnhalle, in der die beiden ihrem Hobby dem Ballspiel nachgingen. Danach führte ein Hinweis nach Straßdorf, dann direkt in das Café M7, wo das erste Date stattfand. Insgesamt erhielt Monika neun Hinweise. An einigen Punkten warteten weitere Freunde und versorgten Monika mit Getränken oder einem kleinen Imbiss. Der letzte Hinweis führte zum Zeiselberg, im Herzen der Stadt Schwäbisch Gmünd. Oben auf dem Aussichtsplateau, draußen auf dem Steg, stand Sebastian. Kerzen brannten im Dunkel der Nacht, denn unterdessen zeigte die Uhr schon halb elf. Und hoch über den Dächern der alten Stauferstadt und dem Atmen schöner Träume bekam er sein „Ja“.

Die Managerin der schönen Dinge

Auch die Planung haben die beiden gemeinsam genossen. „Wir hatten viel Freude daran.“ Sie war die Managerin der schönen Dinge und der kleinen, feinen Details, während er sich um das Catering, die Getränke und die gesamte Logistik kümmerte. Sofort wurde auch ein Tanzkurs gebucht. Ein Crashkurs bei der Tanzschule First Step sollte es sein, denn einen Grundkurs hatten beide schon während der Schulzeit absolviert. Freunde, die bereits geheiratet hatten, brachten Zeitschriften und Bücher. Das Paar legte einen Hochzeitsordner an, um alle Ideen zu sammeln. Damit nichts untergeht oder gar vergessen wird. Auch die Hochzeitsmessen fanden die beiden sehr inspirierend. Ihr Ratschlag: „Der Besuch einer Hochzeitsmesse lohnt sich immer.“ Die Dekoideen holte sich Monika Fabian auf Pinterest, ein soziales Netzwerk, das wie eine Pinnwand funktioniert. 100 Millionen Nutzer teilen weltweit auf diesem Weg ihre Ideen mit. „Einige dieser Ideen haben wir umgesetzt.“ Vieles wurde mit der Familie und den Freunden selbst gebastelt.

Honeymoon in Griechenland

Gefeiert wurde in Königsbronn und zwar am Brenzursprung. Für die 130 Gäste mietete das Brautpaar eine Location, die wunderbar gelegen ist. Direkt am Wasser, wie eine kleine Insel. Im Rückblick sagt Monika Fabian: „Der Nachteil einer Do it yourself Hochzeit, man muss auch alles wieder aufräumen.“ In der Nacht nach der Hochzeit schlief das Paar somit nur zweieinhalb Stunden, um danach mit zehn Helfern rund sieben Stunden wieder alles in Ordnung zubringen. Das sei ganz schön anstrengend gewesen. Zumal am darauffolgenden Tag gleich der Flieger gen Griechenland startete. Doch im Luxusressort konnte das Paar dann alles in Ruhe Revue passieren lassen und während des Honeymoon richtig entspannen.

„Nicht verrückt machen lassen, sondern dem eigenen Gefühl folgen.“

Insgesamt habe die Hochzeit, inklusive der Flitterwochen 20000 Euro gekostet, doch gut dreiviertel dieser Summe seien durch Geschenke wieder zurück gekommen. „Wir haben alles richtig gemacht“, sagt Monika Fabian heute im Rückblick. Der Weg zur Hochzeit, die Planung habe dem Paar besondere Freude bereitet. „Macht nur wie ihr wollt“, hätten die Verwandten oft gesagt. Doch als die Hochzeitssuppe aufgrund der Sommerhitze gecancelt wurde, hieß es dann doch: „Eine Hochzeitssuppe gehört aber dazu.“ Jeder weiß etwas und möchte seine Ideen dazu beitragen, jedem anderen Paar möchten die zwei mit auf den Weg geben: „Nicht verrückt machen lassen, sondern dem eigenen Gefühl folgen“.

Text: Susanne Rötter // Fotos: Thomas Zehnder

 

Kategorien
Aus der RegionLeben & Freizeit

VERWANDT